Thermische Energie aus Seen und Flüssen

Wirtschaftlich, ökologisch, effizient

Die Seen und Flüsse der Schweiz speichern enorme mengen an thermischer Energie. Diese lässt sich zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden nutzen. Das Zürcher Elektrizitätswerk ewz hat langjährige Erfahrung im Bau von Seewasserverbunden und begleitet seine Kunden schweizweit von der Planung über die Ausführung bis hin zum Betrieb über mehrere Jahrzehnte.

Seewasserverbunde Zürichsee

Rund 50 prozent des Energieverbrauchs der Schweiz entfallen auf die Erzeugung von Wärme in Gebäuden und in der Industrie. Nach wie vor wird der grösste Teil davon mit fossilen Brennstoffen abgedeckt. Doch um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, muss in der Schweiz künftig mehr erneuerbare Energie produziert werden. Die thermische Nutzung von Oberflächengewässern könnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Wasser aus Seen und Flüssen eignet sich in einem Energieverbund hervorragend, um Gebäude wirtschaftlich, ökologisch und effizient zu heizen und zu kühlen.

Die Idee der thermischen See- oder Flusswassernutzung ist keineswegs neu. So wird bereits seit 1938 das Zürcher Rathaus mit Limmatwasser beheizt und gekühlt. Aufgrund der guten Erfahrungen kamen in den Folgejahren weitere Verbunde auf Stadtgebiet dazu. Tiefe Ölpreise bremsten allerdings die Weiterverbreitung, erst die Ölkrise in den 1970er-Jahren führte zu einer Sensibilisierung für Umweltthemen.
Heute existieren in der Schweiz rund 30 grössere Anlagen sowie eine Vielzahl kleinerer Verbunde, die Gemeinden oder Quartiere versorgen.

  

    

Angeschlossene Liegenschaften werden über Leitungen von der Zentrale aus mit Wärme und Kälte versorgt oder verfügen über eine eigene Heizzentrale. Das Seewasser wird mit einem Seiher gefasst und mithilfe von Pumpen in die Seewasserzentrale transportiert. Im Winter entziehen wir dem in einem Primärkreislauf zirkulierenden Wasser über einen Wärmetauscher Wärme und nutzen sie als Energiequelle für die Wärmepumpe. Diese hebt das Trägermedium auf das erforderliche Temperaturniveau (etwa 40 bis 65 °C). Über einen Sekundärkreislauf erfolgt die Verteilung in den Gebäuden. Im Sommer funktioniert das System umgekehrt: Das Seewasser kann mittels Freecooling anstelle von strombetriebenen Klimaanlagen direkt zur Raumkühlung eingesetzt werden. Am Ende führen wir das entnommene Seewasser chemisch unverändert rund 150 Meter vom Ufer entfernt wieder in den See und der Kreislauf beginnt von vorn.

 

 

Lesen sie ausführlich zum Thema
im Artikel Thermische Energie aus Seen und Flüssen
aus der Zeitschrift AQUA & GAS.

   

   

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich