Coffee Lectures

Unterstützung der wissenschaftlichen Recherche durch KI

KI-Tools spielen in der wissenschaftlichen Recherche eine immer grössere Rolle. Ein Beispiel dafür ist Consensus, eine Suchmaschine, die speziell dafür entwickelt wurde, wissenschaftliche Studien auszuwerten und zusammenzufassen. Für Forschende und Studierende kann das Tool eine hilfreiche Ergänzung zu klassischen Literaturdatenbanken sein.


Wie funktioniert Consensus?

Bei Consensus können Nutzerinnen und Nutzer eine (komplexe) Frage in natürlicher Sprache eingeben. Das Tool durchsucht anschliessend über 200 Millionen wissenschaftliche Publikationen (Peer-Review-Papers) und erstellt eine KI-gestützte Zusammenfassung der Studienlage. Zusätzlich werden passende Artikel angezeigt, sodass die zugrunde liegenden Studien direkt eingesehen werden können.

Wofür eignet sich das Tool?

Consensus kann vor allem in frühen Phasen der Recherche hilfreich sein:

  • schneller Überblick über ein Forschungsthema
  • Einstieg in neue Themengebiete
  • Identifikation relevanter Studien
  • Formulierung und Präzisierung von Forschungsfragen

Grenzen des Tools

Wie bei vielen KI-Anwendungen gilt auch hier: Ergebnisse sollten kritisch geprüft werden. Consensus kann eine Vollständigkeitsillusion erzeugen, weil nicht alle relevanten Studien berücksichtigt werden. Zudem «liest» Consensus primär die Abstracts der Studien. Für eine tiefgreifende Analyse muss immer noch das gesamte Paper gelesen werden.

Im Zusammenhang mit KI-Tools müssen ausserdem immer auch Urheberrechtsfragen betrachtet werden.
Es dürfen keine Daten oder Texte hochgeladen werden, die dem Urheberrecht eines anderen unterliegen. Auch beim Hochladen eigener Forschungs- oder Firmendaten ist Vorsicht geboten.

Fazit

KI-gestützte Tools wie Consensus können die wissenschaftliche Recherche sinnvoll ergänzen, indem sie einen schnellen Überblick über die vorhandene Studienlage ermöglichen. Gerade für Studierende und Forschende in frühen Recherchephasen kann das Tool dabei helfen, Themen zu strukturieren und relevante Literatur zu identifizieren. Gleichzeitig ersetzt Consensus jedoch keine sorgfältige Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken und keine kritische Auseinandersetzung mit den Originalpublikationen. 

Wie bei allen KI-Anwendungen gilt daher: 
Die Ergebnisse können ein hilfreicher Ausgangspunkt sein – die wissenschaftliche Bewertung und Einordnung bleibt aber Aufgabe der Forschenden selbst.